2 Wochen

Prolog

Nach einem erlebnisreichen Tag im Ngonrongoro Nationalpark, haben Papa und ich uns in unser Zelt gelegt. Die Sterne leuchteten über dem tausenmillionenmilliarden Jahre alten Vulkankrater und die Müdigkeit nahm überhand. Ich beschloss noch ein bisschen in dem Buch zu lesen, dass Jared mir für meine Reise nach Tanzania ausgeliehen hatte. Vor dem Schlafengehen erhaschte ich noch einen Blick auf mein Handy, dass mir eine neue E-mail anzeigte. Nach einem kurzen Diskurs darüber, ob es nicht irgendwie falsch und ziemlich moppelkotze sei, dass es im Nationalpark funktionierendes mobiles Internet gibt las ich folgendes:

“Hallo Männer, wir haben gerade Leo’s Reisebericht gelesen und buchen jetzt einen Flug vom 24. 3 bis 2. April nach Kigali.  Es gibt nur noch 2 Plätze!
Wir haben versucht, euch zu erreichen, aber jetzt kommen wir einfach.
Bis bald, Mama und Willy”

Kapitel 1

Nachdem Lars seine 4 Wochen Praktikum bei Ameki Colour absolviert hatte, ich mehr als sonst üblich an einem Workshop für den Internation Fund for Cultural Diversity gearbeitet hatte, wir viel gchillt haben und in Kigali und Kampala rumgewandert sind habe ich mich am 26. März aufgemacht um Mama und Willy vom Flughafen abzuhohlen. Die hatten den Anschlussflug verpasst und kamen somit 24 Stunden später in Kigali an. Dafür haben sie noch ein bisschen von Istanbul gesehen.

Mit gekonntem Blick prüfte ich das Gepäck auf Größe, Gewicht und Flexibilität. Ich beschloss, dass Taxis langweilig sind und dass es höchste Zeit für Mama und Willy war ins Motofahren eingeweiht zu werden (24 Stunden Kigalierlebnis hatten sie ja aufgrund des Fluges schon verpasst). Auf dem Motorrad ist mir beim halten des ziemlich schweren Koffers fast der Arm abgefallen, aber da ich in letzter Zeit wenig bis gar keinen Sport gemacht habe, ist ein kleines Motoworkout nie eine schlechte Idee. In unserem wunderen Haus angekommen, war es dann auch noch eine viel größere Freude die Schokolade, Ostereier und sonstigen wunderbaren Dinge auszupacken.

Samstag und Sonntag waren für mich etwas stressig. Natürlich hatte ich meinem Künstler Kumpel Innocent nicht neinsagen können als er mich gefragt hat, ob ich bei seiner Ausstellungseröffnung “The Conscious Mind” ein bisschen Saxophon spiele. Zu der sind wir dann alle zusammen hingefahren sind, nachdem wir bei Lars Chef und meinem Kumpel, der auch Innocent heißt zum Essen eingeladen waren.

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After Dinner

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Sonntag war dann Osterfrühstück angesagt. Mein liebstes Mitbringsel ist der neue Pürierstab. Jetzt können wir wie in allen anderen vernünftigen tropischen Ländern, in denen Ananas, Mangos und sonstige Köstlichkeiten wachsen endlich frischen Saft trinken. Von dessen Existenz haben die meisten Runder nämlich leider noch nicht so viel gehört und der industriell produzierte Saft ist mit 1500 RwF (2€) viiel zu teuer für mein Freiwilligenbudget — von dem Geld könnte ich mir ja schon 60 kleine Kartoffelsamosas kaufen, oder 30 große Kartoffelsamosas, oder 15 Chapati, oder 3 Rolex. Wenn es einen Schwarzmarkt gäbe, könnte ich mir sogar da was kaufen.

Auch am Sonntag hatte ich leider schon wieder eine Verpflichtung. Irgendwie hatten mich meine Coolen Burundischen Funk Kumpels in eine Falle gelockt. Als ich zugesagt hatte, mit ihnen ein Konzert zu spielen hatte ich natürlich nicht geahnt, dass ich am Sonntag im “Glory to God Temple” an einem Worship Konzert teilnehmen würde.

— Die Ruander haben übrigens eine l, r Schwäche. Die Laute sind im Kinyarwanda frei austauschbar. So stand in der Kirche, dann zur allgemeinen Belustigung “Groly to God”, was sicherlich auch ein wunderschöner Name ist. —

Letztenendes war das Konzert auf eine angenehme Weise ziemlich österlich-christlich-abgespaced und auf jeden Fall eine einmalige Experience.

Mit meinem unglaublichen organisatorischen Talent hab ich es dann noch geschafft uns für unsere 5-tägige Ruanda Tour einen Pick-Up zu besorgen. Nach dem Konzert haben wir also unseren Kram samt einer Matratze auf den Pick-Up gepackt und sind mit den letzten Sonnenstrahlen Richtung Lake Kivu nach Kibuye gefahren. (In Wirklichkeit war es schon 9 und stockduster aber so klingt es irgendwie romantischer)

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Nach einem Blick über den Lake Kivu haben Lars und ich dann im Dorm Fabio aufgegriffen. Nach ungefähr 5 Minuten hatten wir raus, dass er vor einem Jahr mit weltwärts in Äthiopien war und jetzt gerade durch Ostafrika tourt. Zudem kannte er auch viele von den aktuellen Freiwilligen und ich konnte ihm helfen seine Kontakte zum Teil wiederherzustellen, nachdem er sein Handy am Vortag verloren hatte. Nach einer kurzen Geheimratssitzung, wurde Fabio als würdiger Mitreisender befasst und da unsere Reiseziele die gleichen waren verabredeten wir uns um 5 am Hostel um dann den Lake Kivu runter nach Cyangugu und in den Nyungwe Regenwald zu fahren.

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Fabio ging in die Stadt um sich ein neues Handy zu besorgen. Wir wollten baden, denn es war ziemlich heiß und außerdem hatten wir einen wunderschönen See vor der Nase. Mit Alessa und Co. hatte ich auf unserem kulturweit Zwischenseminar eine wunderschöne Bucht entdeckt. Der weg dorthin wurde von einer eher negativen Einstellung Willy’s geprägt, dem immer entweder zu heiß oder zu kalt war.

Man achte auf den Gesichtsausdruck
Man achte auf Willy’s Gesichtsausdruck

Als wir dann nach 90 Minuten endlich das Paradis erreicht hatten war alles gut. Auf dem Weg haben wir noch ein paar frische Guaven gepflückt und Lars hat, froh über seine neue Kamera wunderschöne Bilder gemacht. Natürlich waren wir auch baden und sind ein bisschen rumgeklettert. DSC00136

Lars und ich stellten nach der Rückkehr fest, dass unserer Sonnenbrand jegliche Maßstäbe gesprengt hatte und wir jetzt genauso bescheuert aussahen wie die anderen Muzungus, die am Wochenende in Kibuye entspannen. Allerdings wurde die Coolness schnell wiederhergestellt. Auf der Ladefläche eines Pickups durch Ruanda zu fahren ist nämlich generell ziemlich cool.

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Fabio, Lars und Willy

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Auf dem Weg zum Regenwald ist Willy leider schlecht geworden. Da waren wohl ein paar ungewohnte Bakterien im Magen. Wir haben trotzdem zusammen eine kleine Wanderung gemacht.

Die größere haben Lars, Fabio und ich dann alleine auf uns genommen. Die größte Bedrohungauf unserem Weg stellten die Killerameisen da, die sich einfach so und ohne zu fragen an unseren Socken und Beinen festbissen.

Am Abend sind wir dann nach Huye, die ursprüngliche Hauptstadt Ruandas, gefahren und haben uns dort am Mittwoch morgen noch das Museum angeguckt. DSC00346

Lars hat unerhörter Weise das Bilderverbot gebrochen und witzige Reliquien aus der Kolonialzeit fotografiert. DSC00368

Interessant war auch das Portrait von Kagame, zu dem im Vergleich zu allen anderen Präsidenten eher wenig drin stand. Allerdings kann da ja noch was kommen.

Zu hause angekommen hat schon unsere liebe Freundin Sarah aus Kampala auf uns gewartet, die gerade von ihrer Äthiopienreise kam und bei uns einen Zwischenstopp eingelegt hat. Fabio und Sarah waren auch aus irgendeinem Grund voll dicke (die hatten sich in Kampala schon getroffen als Fabio da war) und Alessa hat uns zu einem privaten Filmabend ins Goethe Institut eingeladen. Nach dem Film konnten wir dann Sarah noch überreden mit uns in den Nationalpark zu fahren, wir brauchten schließlich wieder eine Mitreisende nachdem Fabio sich entschlossen hate in Kigali zu bleiben. Donnerstag Morgen ging es dann mit einer Ladung Chapati, Avocados und Tomaten (Die wichtigsten Grundnahrungsmittel für den Ruanda Reisenden) weiter in den Akagera.

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Im Akagera gibt es:
Affen
Giraffen
Gnüsel (Waterbucks)
Antilopen
Elefanten
Vögel
Krokodile
Hippos

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Und gesponsert von Lars und meinem ruandischen Lieblingsbier “Turbo King” seit einem Jahr auch wieder aus Südafrika eingeflogene Löwen. DSC00395

Außerdem nervige Tse-Tse Fliegen und ganz viel anderes Getier.

Am ersten Abend haben wir uns auf dem Campingplatz ein wunderbares Lagerfeuer gemacht und über Dinge geredet. Außerdem gab es überteuertes Bier, was wir noch in der überteuerten Lodge gekauft haben. Das hat aber neben den Zelten im Schein des Feuers tausenmillionenmal besser geschmeckt als es in der lodge Bar je hätte schmecken können.

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Der Blick vom Campingplatz

Leider hat es dann von 11 Uhr abends an die Nacht und den ganzen Freitag über geregnet. Teilweise konnte man den Regen allerdings als Nieselregen bezeichnen, was an der Gesamtsituation allerdings herzlich wenig verändert.

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Nachdem wir trotz des Wetters, eine Löwin und ein paar dicke Elefanten betrachten konnten, gab es dann kurz bevor wir aus dem Park rausfuhren noch ein bisschen Heckmek. Ein hilfsbedürftiger Holländer hatte sich im Schlamm festgefahren. DSC00681

Er selbst hatte noch nicht viel getan um seine Situation zu verbessern außer beim Park anzurufen und zu warten. “They said they would come in 3 hours”. (Sich in Ostafrika blind auf Zeitangaben zu verlassen ist bestimmt eine gute Idee) Nach einigen Anstrengungen von unserem Guide und meiner Mama und ein paar Spaniern mitsamt Landcruiser wurde kollektiv beschlossen auf das Akagera Rettungsteam zu warten. Der Wagen hatte sich zu sehr festgefahren, ungefähr genauso festgefahren waren die guides, Fahrer und sonstigen Menschen die wie wild ihr unverzichtbares KnowHow preisgaben. DSC00665

Nachdem der eigentliche Stress vorbei war und wir an dem Matsch vorbei weiter Richtung Parkausgang fahren wollten kam dann der Fahrer des Landcruisers an und bot uns an unser Auto in das des Holländers zu fahren. Wir hatten ihn wohl missverstanden und dachten er hätte Talent darin das Auto am landcruiser vorbeizusteuern. Am Ende haten wir ne Beule im Pick-Up mehr die repariert werden musste und eine Geschichte mehr zu erzählen.

Wie auch immer, wir waren alle ziemlich nass, dreckig und erschöpft und hatten eine wunderbare Woche. Am Samstag hab ich den Pick-Up abgegeben und wir sind noch ein letztes Mal über den Markt geschlendert. Und dann waren Willy und Mama auch auf einmal schon wieder weg und Lars und ich wieder auf uns allein gestellt.

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Kapitel 2

Nach 2 langen Nächten mit Saraha stehen Lars und ich in der Nähe vom Busbahnhof an der Straße. Aus unerfindlichen Gründen sind wir nicht um 6 aufgestanden und standen auch nicht um 8 an der Straße.

Es ist 15:00. Wir wissen wir wollen irgendwie nach Kabale, eine halbe Stunde von der Grenze entfernt. Zudem, wissen wir auch, dass wir einfach einen Bus nehmen könnten. Wir wissen nicht, ob wir unser Ziel noch vor Sonnenuntergang (oder überhaupt) erreichen. Doch eines wissen wir vielleicht. Nach Uganda trampen macht bestimmt mehr Spaß als Bus zu fahren.

Für 20 Minuten nimmt uns ein Pick-Up mit der uns dann im nächsten Ort rausschmeißt. Von da aus werden wir dann doch ein Stunde mit einem bus mitgenommen. Die Hälfte des Weges zur Grenze haben wir damit geschafft. In Biyumba stehen wir 2 Minuten am Kreisverkehr. Zwei Trucks fahren vorbei, scheinen aber im ersten Moment nicht anhalten zu wollen. Lars und ich haben schon fast ein Busticket in der Hand, als wir sehen dass beide LKW’s ein Stück die Straße runter angehalten haben. Aufgeteilt auf zwei Wagen sind wir ein wenig später am wunderschönen Grenzübergang. Wie immer, regen Lars und ich uns darüber auf nur wegen ein paar Stempeln da rumgingen zu müssen, aber als wir dann 20 Minuten später mit 7 anderen Leuten in einem Toyota Corolla nach Kabale fahren ist wieder alles gut. Eine Person sitzt halb auf dem Fahrer. Lars sitzt halb auf mir. Seine Gemütlichkeit ist nur kurzzeitig durch den Ellbogen der Frau neben ihm gestört der sich beim Durchsuchen der Handtasche in Lars cojones bohrt, aber hey. Alles geht vorüber.

In Kabale angekommen haben wir festgestellt, dass wir nur ein paar Ugandische Shillings hatten (Wie hatten wir das nur bei unserer 10-minütigen Planung vergessen können. Ich sagte dem ersten Boda (Moto) -fahrer, der uns mitnehmen konnte, dass ich ersteinmal selbst herausfinden müsste wo wir hinfahren. Ich hatte mir allerdings ein paar Notizen zum Guesthouse auf dem Lake Bunyonyi gemacht in dem mein lieber Simon schonmal übernachtet hatte. Nach einer holprigen Bodafahrt, in der sich das Metal in mein Kreuzbein bohrte, weil Lars und ich natürlich mit 2 Rucksäcken beladen trotzdem zu zweit Boda fahren wollten waren wir im Stockdunkeln an einem Anleger. Von dort aus brachte uns ein Motorboot auf die Insel. Lars und ich beschlossen beide, dass alles ziemlich nice war und haben uns erstmal ausgeschlafen.DSC00798

Am Dienstag stellten wir fest, dass unser Geld nicht reichte. Wir mussten also vom Paradis aus doch noch einmal nach Kabale fahren. Vorher haben wir noch die Insel und das ziemlich witzige Guesthouse bewundert.

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Ich hatte die grandiose Idee ein Kanu zu mieten. “Kann ja nicht so schwer sein”. Nach wenigen Sekunden auf besagtem Kanu stellten wir beide fest, dass:

Erstens, Kanufahren auf nem See anstrengender ist als mit der Flussströmung
Zweitens, dass traditionelle Lake Bunyonyi Kanu zwar ziemlich elegant aus einem Baumstamm geschnitten, allerdings nicht perfekt stromlinienförmig war
Drittens, Paddeln und so zu steuern, dass man auf Kurs bleibt gar nicht so einfach ist.

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Wir haben definitiv ein bisschen länger gebraucht als mit dem Motorboot. Hatten aber ein gutes Workout und konnten den Teller Reis und Bohnen in Kabale noch sehr viel besser genießen.

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“Fahradläden in Kabale” – Ein Arthaus Film

Zurück aus Kabale haben wir wieder ein Moto an den See genommen DSC00759

und dann einen passablen Preis mit einem Motorbootbesitzer verhandelt, der uns mitsamt Kanu wieder zur Insel befördert hat.

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Am nächsten Morgen mussten wir dann auch leider schon los nach Kampala.

Im Morgengrauen (diesmal mit einem Helfer) mit dem Kanu und Moto nach Kabale. Das boot uns beiden Spätaufsehern ein paar frostig-wolkige Blicke, die den Lake Bunyonyi in einer mysteriösen Erinnerung umwarben.

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In Kabale haben wir uns am Ortsausgang an einer Tankstelle positioniert. 10 Uhr morgens und noch 400km fuhren wir von dort aus mit einem sehr interessanten und intelligenten ehemaligem Tour-Guide 40km nach Norden. Er musste Sand abholen und hat uns an der Straße abgesetzt. Lars und ich wollten eigentlich kurz Pause machen und unseren noch leeren Magen mit Chapatis und Avocado füllen. Da kam aber schon ein Lastwagen und ich stellte mich mit dem Daumen an die Straße. Die Fahrerbox (es gibt bestimmt auch ein schöneres Wort) war sehr bequem und ich konnte mit dem ruandischen Beifahrer ein bisschen quatschen.

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In Mbarara wurden wir dann kurz vor der Stadt rausgelassen und haben erstmal einen kalten Maracujasaft getrunken. Dann ging es mit Mottos Stadtauswärts. Für ein paar Minuten standen wir da und wurden entweder ignoriert, oder es haben komplett vollbeladene Autos gehalten, die uns leider nicht weiterhelfen konnten.

Kurz darauf befanden wir uns dann nach einem kurzen Gespräch in einem klimatisierten Pkw, der uns schneller als jeder Bus nach Kampala brachte. Um 5 Standen wir bei Sarah in der Wohnung, die wenig später mit dem Bus aus Kigali kam.

Nach dem erfolgreichen Trip und ein paar sehr unterhaltsamen und informativen Gesprächen war dann noch genug Energie für einen vernünftigen kampalischen Abschluss. Mein Kumpel DJ KrissKross hat für uns im House of Reggae Seed aufgelegt und nachdem Sarah und ich bei unserem Libelingsrolexman noch eine Mahlzeit verspeist haben sind wir dann alle müde und fertig ins Bett gefallen. Sarah’s Bett ist übrigens wunderbar weich und groß und somit perfekt um darin mit 3 oder auch mehr Personen zu nächtigen. Den letzten Tag in Kampala haben wir dann größtenteils im Bett verbracht. Wie immer hatten wir dann nach ergiebigem chillen ziemlich viel Stress und haben so schnell wie möglich unsere Sachen zusammengeschmissen. Wir hatten noch kein Ticket nach Kigali und wollten eigentlich mindestens 30 Minuten vor der Abfahrt um 8:00 da sein. Im Endeffekt hatten wir dann noch 10 Minuten. Angekommen an der Station sind wir also zielstrebig an den Schalter gegangen und dann geschah es. Nur ein kurzer Augenblick. Unsere Blicke fallen auf das A4 Blatt auf dem die Abfahrtszeiten stehen. Noch während der Mann uns bestätigt, dass es trotz unser späten Ankunft noch Plätze nach Kigali gibt wächst in unseren Köpfen eine Idee. Direkt unter 8pm steht die nächstmögliche Abfahrtszeit: 1am. Wie wir in unseren langen Leben festgestellt haben wussten Lars und ich beide sehr gut, dass es noch ein letztes Highlight geben musste.

So stand dann 1am auf den Tickets und wir sind mit Gepäck wieder zu Sarah gefahren um unsere Freunde zu überraschen. Als wir ankamen waren die leider gerade abgehauen, doch Lars und ich hatten schon eine Flasche Waragi (Der beste Gin der Region und eins von Uganda’s Hauptexportgütern) gekauft. Um unseren Plan trotzdem noch fortführen zu können rufen wir Sarah’s Mitbewohner Moses an, der uns sagte, dass sie ins Bubble’s gefahren seien. Ein Klub den Sarah des öfteren aufsucht um ihre Tanzsucht zu Justin Bieber’s “Sorry” zu stillen.

Mit unserem verdeckten Komplizen ist der Überraschungseffekt dann doch noch ziemlich gut gelungen. Kurzzeitig haben wir durch das Bilden eines Kuschelkreises auf der Wiese vor dem “Bubbles” das Aufsehen einiger Passanten auf uns gezogen. Ein paar Biere später gabs dann noch einen vernünftigen Abschied und Lars und ich konnten unseren Highlight Plan so richtig genießen, als wir feststellten, dass der 1 Uhr Bus ziemlich leer war, sodass wir jeder 3 Sitzplätze für uns alleine hatten.

Gestern hat Lars dann noch ein paar letzte Sachen geklärt und gekauft und wir haben Abends noch sehr romantisch zusammen gegessen. Auch der Aufbruch zum Flughafen, war wie gewohnt mit Stress und Zeitdruck verbunden, aber das muss glaub ich einfach so sein. Wahrscheinlich ist das nur ein Zeichen davon, dass wir so unglaublich gut zusammen entspannen können.

DSC00729_Fotor

Epilog

Ich konnte zwar die Nacht ganz alleine in meinem Bett genießen, aber irgendwie fehlt da was. Seit Ewigkeiten bin ich nicht mehr alleine aufgestanden. Jared und Alessa sind beide noch in Uganda und ich überlege mir den ganzen Tag was ich die nächste Woche mache. Erstmal hab ich diesen Blog geschrieben und jetzt habe ich mich gerade dazu entschieden nicht direkt nach Uganda zurückzufahren (was der ursprüngliche Plan war), sondern erstmal in Kigali zu bleiben.
Vielleicht tut mir ein bisschen Ruhe mal gut um meine Gedanken zu sortieren.

PS. Lars Geerken ist ein unglaublich talentierter Fotograf und ohne sein unglaubliches fotografischen Talent und seine Expertise währe dieser Blog nie so geworden wie er ist. Wählt Lars, er is sehr sehr gut !

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One thought on “2 Wochen

  1. Ey! Das Hemd von dem kleinen weißen Jungen kommt mir bekannt vor. Locker geklaut.

    Frischen Ananassaft zu erschwinglichem Preis gibt es in der Bar schräg gegenüber von Marcels Buffet.
    Der Schwarzmarkt ist am Hang zwischen dem Postamt und Nyabugogo.

    Das Bubbles ist böse. Dort geschehen böse Dinge.

    Gnüsel fressen Keckse.

    Hi hi hi hi hi.
    Bielefeld.

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